Einrichtung einer Kantine, Teil 5: Abfallentsorgung in Großbetrieben

 

Obwohl Deutschland zu den fortschrittlichsten Wirtschaftsnationen der Welt zählt, haben wir doch mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Dazu zählen zum Beispiel unser Mobilfunknetz, unsere Großbauprojekte wie Hauptstadtflughafen und Elbphilharmonie oder auch unsere Müllentsorgung.

Tatsächlich steht Deutschland auf der zweiten Treppchenstufe, wenn es um Europas Müll-Champion geht. Nur Dänemark produziert mehr Abfall als wir (777 Kilogramm pro Einwohner und Jahr, während es hierzulande 626 Kilogramm sind). Wir haben also ein Müllproblem. Die Bundesregierung zieht nun nach und überlegt sogar, ein fleißigeres Recycling mit strengeren Abfallgesetzen zu fördern.

 

Müll

 

Gute Vorsätze führen (noch) nicht zur Lösung

Ein Ansatz, der das Thema weniger komplex machen könnte, besteht in dem Vorsatz, einfach weniger Müll zu produzieren. Leider bleibt es jedoch häufig auch dabei – es ist eben nur ein Vorsatz. Und so halten zwei von drei Deutschen den Klimawandel zwar für ein „sehr ernstes” Problem, aber mit einem papierlosen Office zum Beispiel können sie sich trotzdem nicht anfreunden.

Also bleibt nur noch die Möglichkeit, die Entsorgung selbst so effizient und kostengünstig wie möglich zu gestalten. Das ist jedoch gerade in Großbetrieben wie Kantinen leichter gesagt als getan. Natürlich besteht immer die Möglichkeit, das gesamte Problem mit allen seinen Facetten an einen externen Dienstleister auszulagern, allerdings ist dies in der Regel mit hohen Kosten verbunden. Wer diese sparen möchte und selbst entsorgt, hat auf so einiges zu achten.

 

C

 

Welche Abfallarten gibt es überhaupt in der Kantine?

Müll lässt sich in viele Kategorien einteilen und sollte dementsprechend getrennt entsorgt werden. Folgende Kategorien sind vor allem in Großküchen und Gastronomiebetrieben wichtig. Je nach Situation kommen ggf. weitere Abfallarten hinzu.

  • Speisereste/Bioabfall

    Speisereste kommen in einer Kantine zuhauf vor und müssen getrennt entsorgt werden, denn sie sind ein idealer Nährboden für Bakterien und können so den Ausbruch von Krankheiten begünstigen. Mancherorts reicht dafür die Biotonne, doch in einigen Kommunen dürfen Speisereste und Küchenabfälle von gastronomischen Betrieben nicht einfach in der Biotonne entsorgt werden, denn sie unterliegen dem Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG). Sie gehören stattdessen in einen gesonderten Speiserestebehälter. Dabei kommt so einiges zusammen - erfahrungsgemäß im Durchschnitt 0,3 l Feuchtabfall und 0,5 l Trockenabfall pro Gast.
  • Kunststoffe
    (Verpackungen, Folien, etc.)

    Kunststoffverpackungen mit dem grünen Punkt können im Gelben Sack gesammelt
    und abgegeben werden. Sie werden dann entsprechend recycelt.
  • Altöl
    (Frittieröl, etc.)

    Kochfett muss in einem gut verschlossenen und bruchsicheren Behälter (daher kein Glas o. Ä.) als “Abfall zur Verwertung” beim Recyclinghof abgegeben werden.
  • Papier/Pappe

    Sauberes Papier und unverschmutzte Pappe kann in der Papiertonne entsorgt werden. Verschmutzte Papp- und Papierartikel wie Servietten oder Taschentücher gehören derweil in den Restmüll. Eine Papp-Presse kann helfen, Platz zu sparen.
  • Sperrmüll
    (alte Paletten, aussortierte Möbel, etc.)

Sperrmüll ist jeglicher Abfall, der auch zerkleinert nicht in eine Mülltonne passt. Ausgenommen ist nur Holz und Metall. Sperrmüll wird nur nach vorheriger Absprache mit der örtlichen Müllentsorgung abgeholt. Dementsprechend ist es wichtig, hier rechtzeitig einen Termin zu vereinbaren, ehe sich der Müll zu hoch stapelt. Alternativ kann man ihn auch selbst zum Recyclinghof bringen.

  • Glas
    (Leere Flaschen, Bruchware, etc.)

    Hohlglas, wie Flaschen, kann in der Glastonne entsorgt werden. Ausgenommen ist feuerfestes Glas, das als mineralisches Abbruchmaterial separat beim Recyclinghof abzugeben ist. Flachglas (z. B. Fensterscheiben) darf ebenfalls nicht in die Tonne, sondern wird als “Abfall zur Verwertung” abgegeben.
  • Altholz
    (zum Beispiel Obstkisten, Weinkisten, etc.)

    Holz kann beim Recyclinghof abgegeben oder bei der Altholzabfuhr angemeldet werden.

 

Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass jeder Betrieb über mindestens sechs verschiedene Tonnen verfügen sollte: Speisereste, Bioabfälle, Papier/Pappe, Plastik/Kunststoff, Glas und Restmüll. Dazu kommt das Sammeln von Abfällen, die zum Recyclinghof gebracht werden müssen - hier kommen auch mindestens drei Kategorien zusammen. Entsprechend viel Platz sollte auf dem Gelände eingeplant werden.

 

Abfall

 

Wie viel Abfall muss man einplanen?

Wer überlegt, wie viele Tonnen wohl gebraucht werden, sollte die Abfallmengen eines Gastronomiebetriebes nicht unterschätzen. So gibt die Berliner Stadtreinigung zum Beispiel an, dass ein Lokal mit 100 Sitzplätzen mit einer wöchentlichen Abfallmenge von ca. 1400 Litern rechnen sollte.

 

Schummeln ist keine Lösung

Wer sich Kosten, Platz und Aufwand sparen und lieber alles zusammenstopfen möchte, wird damit wenig Erfolg haben: Auf unsachgemäße Müllentsorgung fallen in jedem Bundesland unterschiedliche Bußgelder an (einzusehen im entsprechenden Bußgeldkatalog). Lieber also gleich richtig machen als später draufzahlen.

 

Mülltrennung

 

… und wie entsorge ich eine Smunch Box?

Wer all diese Sorgen nicht haben will, findet in der Online-Kantine eine einfach Lösung. Hier gibt es die gleichen Vorteile - ohne den Aufwand vor Ort. Bei Smunch ist auch die Entsorgung einfach: Box, Essensreste, Einwegbesteck und Dressingtöpfchen können einfach die Biotonne gegeben werden, denn all diese Bestandteile sind biologisch abbaubar. Lediglich der Deckel gehört in die Gelbe Tonne.

Egal ob eigene Kantine, Online-Kantine oder selbstgemachtes Käsebrot: Wir wünschen auf jeden Fall eine tolle Mittagspause!

Grüße,
Das Smunch Team

 

 

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